Gleichgewichtsfähigkeit beim Skirollern und Skilanglauf

Die Gleichgewichtsfähigkeit ist eine der wichtigsten koordinativen Fähigkeiten die zur sauberen Umsetzung der Skiroller- und Skilanglauftechniken benötigt wird. Sie ist bei allen Klassik-, Skating- und Abfahrtstechniken von hoher Bedeutung. Wir verstehen unter Gleichgewichtsfähigkeit die Fähigkeit, „den gesamten Körper im Gleichgewichtszustand zu halten oder während und nach umfangreichen Körperverlagerungen diesen Zustand beizubehalten bzw. wiederherzustellen“(Meinel & Schnabel, 2006, S. 217). Unterschieden wird die Gleichgewichtsfähigkeit in statisches Gleichgewicht und dynamisches Gleichgewicht.

statisches Gleichgewicht

Das statische Gleichgewicht wird hauptsächlich in Ruhe benötigt und bei sehr langsamen Bewegungen. In der Praxis kann dies z.B. die Einnahme der Startposition, in derer man ein paar Sekunden verharren muss oder das Halten der Abfahrtshocke bei langen Abfahrten sein. Dieser Gleichgewichtserhalt beruht hauptsächlich auf die Verarbeitung von Informationen des kinästhetischen und taktilen Analysators. Einen kleineren Anteil an Gleichgewichtserhalt in relativer Ruhe spielen der statico-dynamische und der optische Analysator. (vgl. Meinel & Schnabel, 2006)

dynamische Gleichgewicht

Das dynamische Gleichgewicht wird bei umfangreichen und schnellen Bewegungen benötigt. Hierfür finden wir in der Praxis viele Beispiele, z.B.  die Umsetzung der 1-2 Skatingtechnik mit aktivem Armschwung (symmetrisch), bei derer wir in der Gleitphase möglichst lange den Körperschwerpunkt über das Gleitbein bringen müssen um ein langes Gleiten zu ermöglichen. Bei solch großräumigen Lageveränderungen nimmt der statico-dynamische Analysator eine große Rolle ein. (vgl. Meinel & Schnabel, 2006)

Es ist wichtig, dass die Gleichgewichtsfähigkeit vermehrt Aufmerksamkeit im Trainingsprozess bekommt. Die Schulung ist wichtig, da ein direkter Zusammenhang zur sportlichen Leistung besteht. Dies fängt an beim Beschleunigungsempfinden und endet beim möglichst langen Gleiten auf dem Skiroller bzw. Ski (Stichwort: ökonomischer Laufstil).

Zum statischen Gleichgewicht können unterschiedlichste Positionen im Stand eingenommen werden:

  • Stehen auf ein Bein, Körperschwerpunkt direkt über die Standfläche des Skis bzw. Skirollers (in V-Stellung oder Knie Richtung Brust ziehen); wichtig: Einnahme einer hohen Hüftposition; Variationen: geschlossene Augen, leichte Störgrößen (Partner gibt leichte Schub von der Seite, von vorne, von hinten)
  • Beidbeiniger   Stand (Übungen aus der Elementarschule: auf Innen- bzw. Außenkante stehen; Körperschwerpunkt verlagern: Vor-, Zentral- und Rücklage); Variation: geschlossene Augen
  • Einnahme der Abfahrtshocke; Variation: Körperschwerpunkt verlagern: Vor-, Zentral- und Rücklage (offene od. geschlossene Augen); ein Bein heben in der Abfahrtsposition (offene od. geschlossene Augen); Abfahrtshocke in der Abfahrt
  • Einnahme unterschiedlicher Startpositionen und längeres Verharren in jener Position

Übungen zum dynamischen Gleichgewicht:

  • Leicht Schwung holen und Einnahme unterschiedlichster Positionen im Einbeinstand, Körperschwerpunkt direkt über die Standfläche des  Skis bzw. Skirollers (in V-Stellung oder Knie Richtung Brust ziehen); wichtig: Einnahme einer hohen Hüftposition; Variationen: geschlossene Augen, zunehmende Geschwindigkeit (Ebene, leichtes Gefälle, starkes Gefälle)
  • Unterschiedlichste Gleitübungen, z.B. Brustschwimmen
  • Beidbeingleiten über Bodenwellen

Viel Spaß wünscht das Team vom Skiroller-Magazin beim Ausprobieren der Übungen im Training!

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